Dienstag, 21. September 2010

Lago Maggiore - Paradies nördlich von Mailand

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Die Urlaubszeit ist vorüber, seit Anfang September füllen sich die Strassen Mailands wieder mit hupenden Autos, rasenden Motorrollern und stets telefonierenden Passanten. Welch ein Unterschied zu den Wochen zuvor, als geschätzte 34 Millionen (!) Italiener Spanien, Griechenland oder an die italienischen Küstenregionen bevölkerten.

Zu den attraktivsten Zielen gehören auch die wunderchönen Seen im Norden Italiens. Nach rund einer Stunde Autofahrt von Mailand erreicht man den Lago di Como oder den Lago Maggiore. Ebenfalls in Reichweite sind der Lago di Garda, Lago Lugano oder Lago d´Iseo. Dies macht Mailand vergleichbar mit München - Seen und Berge in unmittelbarer Nähe und an den Wochenenden flüchten die Städter in die pittoresken Naherholungsgebiete!

Seitdem sich Stars und Sternchen wie Geoge Clooney & Co am Comer See niedergelassen haben, hat dieser sich zur derzeit bekanntesten Marke entwickelt. Zuvor galt der Lago Maggiore - zweitgrößter See Italiens (nach dem Gardasee) - als Ausflugsziel Nummer eins. Davon zeugen heute noch Luxushotels und Belle Epoque Villen in Stresa oder Verbania, die mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sind und den Charme eines James Bond Films aus den Sechziger Jahren besitzen.

Im Gegensatz zum Comer See scheint der Lago Maggiore zugänglicher als Badesee, die Küsten weniger abgeschirmt und man kommt bequemer voran - auch wenn man sich an der typischen Küstenstrasse entlang schlängeln muss.

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Und es gibt grossartiges zu entdecken: die Borromäischen Inseln (Isola Bella, Isola Madre, Isola di Pescatori, Isola di San Giovanni und die winzige Scoglio della Malghera) mit ihren prächtigen Palästen und spektakulären Gartenanlagen sind ein Erlebnis. Man erreicht sie bequem mit der Fähre. In den Urlaubsmonaten muss man seinen Genuss allerdings mit Touristenhorden aus aller Welt teilen. Empfehlenswert ist der Besuch im Mai/Juni oder September ausserhalb der Ferienwochen. Schade auch, dass die bekannteste der Inseln - Isola Bella - die Besucher mit überflüssigen Souvenirverkaufsständen begrüsst, die eher an Venedig erinnern. Wenn man diese hinter sich gelassen hat, wird man allerdings mit einer unvergleichlich schönen Gartenanlage belohnt, in der sich weisse Pfauen tummeln.

Wer eine fantastische Aussicht über den See geniessen möchte, der sollte unbedingt die Seilbahn in Laveno auf den 1062 Meter hohen Berg Sasso del Ferro nehmen. Die Gondeln - auch Farbeimer genannt - sind jedoch etwas gewöhnungsbedürftig: sie bieten 2 Personen Platz, haben keine Sitze und enden auf Hüfthöhe. Bei Wind wackeln die Kabinen bedenklich. Während der 15 minütigen Fahrt wird man unweigrlich gefesselt von dem atemberaubenden Panorma, das sich mit jedem Meter Höhe erschliesst.

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Die größte Ansiedlung am Lago Maggiore ist Verbania, bestehend aus fünf Ortsteilen. Für Shoppingwillige ist Intra empfehlenswert. Dort findet man nette Läden in den Fußgängerzonen und gute Restaurants.

Weitere "Must Sees": Cannobio, die Wallfahrtsstätte Sacro Monte di Ghiffa, die Botanischen Gärten der Villa Taranto, und, und, und...

Oder einfach den See geniessen und baden gehen, mit dem Boot aufs Wasser fahren, ins Kanu springen und an der Küste entlang paddeln.
Wer noch ein Ziel für den nächsten Kurzurlaub sucht: der Lago Maggiore lohnt sich. Eine brauchbare Übersicht und Informationen finden sich hier.

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Mittwoch, 28. Juli 2010

Exodus aus Maíland

Im August beginnt in Italien die Urlaubszeit und anders als in Deutschland bedeutet das: (fast) kompletter Stillstand.

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In Mailand sind das für mich die schönsten Wochen im Jahr. Zwar können die Temperaturen auf 40 Grad ansteigen und auch Nachts kühlt es nicht so richtig ab. Aber auf den Strasen wird es fast beängstigend ruhig - die sonst Tag und Nacht befahrene Via Pontaccio zum Beispiel kann man beruhigt im Schneckentempo überqueren, ohne von einem heranrasenden Auto oder verrückten Motorroller überfahren zu werden. Die Milanese haben in Scharen die Stadt verlassen und bevölkern nun Süditalien oder Spanien. Wunderbar! Zurück bleiben nur Ausländer wie ich oder die zahlreichen Fillipinos und Brasilianer sowie alle, die sich rein wirtschaftlich keinen Urlaub leisten können.

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OK - man muss auch mit einigen Einschänkungen leben. Viele Geschäfte bleiben im August geschlossen, da die potenziellen Kunden ohnehin nicht vor Ort sind. Hat man im Juli noch in letzter Minute seine Wunschmöbel bestellt, sollte man nicht damit rechnen, dass irgendjemand den Auftrag im Sommer bearbeitet. Vor Oktober ist mit keiner Lieferung zu rechnen, da die Produktion erst im September langsam wieder beginnt.

Einschränkungen, die man aber gern für in paar Wochen in Kauf nimmt, bevor Anfang September die Invasion nach Mailand wieder einsetzt. Und dann wünscht man sich zuweilen, die Urlaubszeit würde noch einen weiteren Monat andauern;-)

Dienstag, 29. Juni 2010

Schweinisches im faszinierenden Palazzo Cittero

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Am kommenden Sonntag, den 04. Juli geht Paul McCarthy´s kontroverse Ausstellung Pig Island (Isola dei porci) in Milans Palazzao Cittero zu Ende. Es war die erste goße Installation des legendären amerikanischen Künstlers in Italien überhaupt und haften bleiben überlebensgroße Figuren von George Bush in öbszönen Posen, verstörende Video Performances und viel, viel Ketchup...

In der Kerker-artigen Atmosphäre des Palazzo Cittero wandert man zunächst vorbei an einer beängstigend naturgetreun Silikonpuppe eines alten Mannes auf einer Liege (ein Selbstbildnis McCarthys...), dem aus irgendeinem Grund seine Hose abhanden gekommen ist und er sich deshalb mit entblößtem Unterkörper präsentiert. Im Zentrum der Eingangshalle thront die Installation Static (Pink) - eine böse politische Satire mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bush und Schweinen im Mittelpunkt.

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Nur schwer länger als ein paar Minuten zu ertragen ist die massive Videoprojektion im Untergechoss in der Personen wild kreischend absurde Tänze vollführen, sexuelle Handlungen simulieren und sich gegenseitig mit literweise Ketchup beschmieren.

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Herzstück der Ausstellung ist die beeindruckend riesige Installation Pig Island, die auf den ersten Blick wie eine Momentaufnahme von einem Recyclinghof anmutet. Gegenstände, Figuren und Reste aus Metall, Styropor, Silikon, Plastik und Holz, scheinbar wild durcheinandergewürfelt. Das ganze stellt eine zeitgenössische Anspielung auf Kurt Schwitters Merzbau (1933) dar.

Verabschiedet aus der Schweinewelt wird der Besucher mit einer gigantischen 15 Meter hohen Ketchup Flasche im Innenhof des Palazzo (Daddies Tomato Ketchup Inflatable).

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Noch interesssanter als McCarthys teilweise verstörende Installationen ist der Gang durch das riesige Verlies des Palazzo Cittero. Gelegen direkt neben der berühmten Gemäldegalerie Pinacoteca di Brera, ist der Palazzo eine ehemalige aristorkatische Residenz aus dem 18. Jahrhundert und wurde in den 70er Jahren vom italienische Staat erworben um die Pinakothek zu erweitern. Doch die Renovierungsarbeiten des englischen Architekten James Stirling kamen Mitte der 80er nach Protesten der Nachbarn und allerlei Streitigkeiten in typisch italienischer Manier zum Stillstand.

Für McCarthys Ausstellung öffneten sich nun erstmals seit 25 Jahren wieder die Pforten des Palazzo Cittero. Erstaunt schlendert man durch ein faszinierendes Labyrinth an Katakomben und Verliesen, dessen immense Ausmasse man von aussen niemals vermuten würde. Im Hinblick auf die Weltausstellung in Mailand 2015 soll der Palazzo Cittero, zu dem auch gut erhaltene Fassaden aus dem 18 Jh. zählen, nun doch endlich mit der Pinacoteca verbunden werden. Etwas, das bereits vor einem Vierteljahrhundert hätte passieren müssen!

Sonntag, 23. Mai 2010

Guiseppe Meazza - Mailands eindrucksvoller Betonkoloss

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Das Champions League Finale 2010 zwischen Inter und Bayern München ist vorbei und Mailand verwandelte sich nach dem Abpfiff in ein Mtosendes Meer blau-schwarzer Fahnen. Hupende Autokorsos die ganze Nacht, 100.000 rund und den Piazza Duomo, freudetrunkende Fans torkelnd auf den Strassen. Weniger lustig, wenn man nicht rechtzeitig vor Spielende zu Hause angekommen ist und deshalb in einem ellenlangen Stau steckt. Und noch weniger lustig, wenn man dem "Gegner" beim ausgelassenen Jubel zusehen muss. Obwohl ich kein Fan des Münchener Nobelklubs bin - als Deutscher hält man dann doch eher die Daumen für die Männer von der Isar als für die Elf der lombardischen Exilheimat (obgleich in beiden Clubs ja kaum einheimische Spieler kicken...).

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Das Finale fand ja bekanntlich in der fantastischen Kulisse des Bernabeau Stadions in Madrid statt. Eine einducksvolle Arena ist allerdings auch die Heimat der beiden Mailänder Clubs AC und Inter: das San Siro Stadion, oder besser Guiseppe Meazza, wie es seit 1979 heisst. Meazza war einer der berühmtesten italienischen Fussballspieler (u.a. Weltmeister 1934 und 1938) und ist bis heute Rekordtorschütze Inter Mailands.

Das imposante Stadion im Nordwesten Mailands wurde 1925/26 erbaut und fasst rund 83.000 Zuschauer. Damit ist es die größte Arena in Italien, größer noch als das Olympoiastadion in Rom. Zur Fullballweltmeisterschaft 1990 wurde ein dritter Rang hinzugefügt. Seitdem erführ die Konstruktion keine Veränderung mehr.

Von aussen wirkt San Siro wie ein riesiger Beton-Koloss, der von elf Säulen (Türmen) getragen wird. Nicht schön und etwas in die Jahre gekommen, aber eindrucksvoll. Absolut beeindruckend sind die Ausmasse auch, wenn man im Innenraum steht und hoch in die Ränge blickt.

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Ein Besuch lohnt sich allemal und lässt sich auch realisieren, wenn man kein Fussballspiel besuchen möchte. Zum einen finden regelmässig musikalische Grossereignisse statt (U2, Madonna, Depeche Mode etc.) zum anderen lassen sich geführte Touren buchen. Auch ein Museum mit allerlei Kram aus der Historie von Inter und AC Milan ist vorhanden - kann man sich aber getrost schenken, wenn man kein Fussballnostalgiker ist...;-)

Und Apropos Champions League: der FC Bayern hat sehr gute Erinnerungen an das Guiseppe Meazza Stadion. Hier gewannen die Münchener 2001 das CL Finale gegen Valencia.

Samstag, 15. Mai 2010

Tour de Milano - moderner Bikesharing Service

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Seit November 2008 gibt es in Mailand den öffentlichen Fahrradverleihservice BikeMi . Seltsamerweise erfolgte Start in den Wintermonaten - vermutlich trauten die Verantwortlichen dem System selbst nicht und entschieden sich für eine Eröffnung zu einer Jahreszeit, in der kaum jemand den Service in Anspruch nehmen würde...

Es war allerdings bereits eine Überraschung, dass Mailand sich überhaupt zu einem Bikesharing entschloss - etwas, das man eigentlich nur aus progessiveren Metropolen wie Barcelona kennt.

Mailand hat sich nicht plötzlich zu einer klassischen Fahrradstadt entwickelt: es gibt nur sehr wenige Fahrradwege, wie zum Beispiel rund um das Castello Sforzesco, man muss den Drahtesel oftmals über holproges Kopfsteinpfalster lenken und im Verkehr lauern in rücksichtslosen Autos und Motorrollern ständige Gefahren. Eine Übersichtskarte über die ausgewiesenen Bikestrecken in Mailand findet sich hier.

Um das System nutzen zu können, muss man sich vorab registrieren, was nicht gerade besonders Touristenfreundlich oder gar spontan ist. Möglich ist das per Handy (SMS an +39 348 6832679), Telefon (800.80.81.81), Internet (www.bikemi.it) oder man begibt sich persönlich an einen der ATM-Kioske (Duomo, Cadorna, Centrale FS, Garibaldi FS, Romolo, Loreto).

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Nach erfolgreicher Registrierung erhält man einen Benutzernamen und wählt ein Passwort, das wenigstens 30 Tage gültig ist. Mit diesen Codes kann man anschliessend an einem der vielen Stationen überall in der Stadt ein Fahrrad von der Stange nehmen.

Diese Zugangsdaten sind vorübergehend - die "echte" Nutzerkarte erhält man innerhalb von 15 Tagen. Da ist man als Besucher allerdings längst wieder abgereist... Die Kosten sind moderat: die ersten 30 Minuten sind frei, danach werden 0,50€ pro angefangene halbe Stunde fällig. Einzig akzeptiertes Zahlungsmittel ist die Kreditkarte. Maximal darf man sein Bike 2 Stunden am Stück behalten. Bringt ma es erst nach dieser Zeit an eines der Parkstationen zurück, muss man mit Aufschlägen von 2€ pro begonnener Stunde rechnen.

Trotz der etwas umständlichen Logistik, ein durchaus empfehlenswerter und guter Service der Comune di Milano. Und wie bei allem ist auch hier ein wachsames Auge gefragt: niemals das Bike unbeaufsichtigt oder ungesichert stehen lassen. Obwohl es zwar von ausreichender Qualität, aber sicher kein sexy Rennschlitten ist: es könnte dennoch plötzlich verschwunden sein und die Versicherung kommt nur für Schadensfälle auf;-)

Montag, 10. Mai 2010

Versunkene Weltreiche zu Gast im Palazzo Reale

Ein regnerischer Sonntag Nachmittag in Milano (wo bleibt in diesem Jahr eigentlich der Frühling???). Gelegenheit also, ein paar Stunden sinnvoll im Museum zu verbringen. Gesagt, getan: auf in den Palazzo Reale an der Piazza Duomo. Ehemals Könispalast und Residenz hochherrschaftlicher Familien ist der Palazzo heute Heimat wechselnder Kunstausstellungen. Allein für sich schon sehenswert: der neoklassizistische Sala delle Cariatidi.

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Zunächst zog es mich in die groß angekündigten Schau I Due Imperi (Die zwei Weltreiche), in der es erlesene Meisterwerke aus dem Römischen Reich und der chinesischen Dynastie Qin und Han in der Zeit vom II Jh. v.Chr. bis zum IV. Jh. zu sehen geben sollte. Ein spannendes Konzept.

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Eindrucksvoll dann auch die gezeigte Auswahl der chinesischen Terrakottakrieger sowie drei höchst seltene chinesische Architekturmodelle und ein futuristisch anmutends Grabkostüm aus Jade und Gold (welches ich allerdings vor Kurzem erst in einer China Ausstellung in Brüssel bewundern konnte). Auch einige der römischen Exponate waren durchaus sehenswert, wie die Venus- und Augustus-Statuen oder Fresken aus Pompei.
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Insgesamt fühlte man sich am Ende jedoch seltsam unbefriedigt: es war ein bisschen China und ein bisschen Rom und von beidem hätte man gern mehr gehabt.

Die Ausstellung I Due Imperi läuft im Plazzo Reale noch bis zum 5. September 2010.

Seit 17. März bereits gibt es im Palazzo Reale Goya e il mondo moderno (Goya und die moderne Welt) zu sehen. Eine äußerst interessante Schau des spanischen Malers Francisco José de Goya y Lucientes und seiner Wechselbeziehung zu anderen großen Künstlern, die die Kunst der letzten beiden Jahrhunderte bestimmten. So gibt es nicht nur Kunstwerke Goyas (die Mehrzahl Leihgaben aus dem Museo del Prado in Madrid) zu bewundern, sondern auch ausgewählte Bilder anderer großer Maler wie Delacroix, Paul Klee, Victor Hugo, Mirò, Picasso, Francis Bacon oder Salvatore Dali. Einziger Kritikpunkt: die gewählten Ausstellungsräume im Palazzo sind nicht die Schönsten und das Licht in den Räumen ist wenig schmeichelhaft.

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Noch bis zum 27. Juni ist Gelegenheit Goya und andere weltberühmte Künstler zu bestaunen.

In typisch italienischer Manier nicht besonders gut organisiert ist leider der Ticketkauf im Palazzo Reale. Es gibt keine zentrale Bigletteria sondern man muss für jede Ausstellung faktisch an einen anderen Schalter oder gar in ein anderes Stockwerk. Und auch diese Kassen muss man erst einmal finden;-) Also: etwas Geduld mitbringen. Dennoch: auf einem Miland Trip sollte ein Besuch im Palazzo nicht fehlen, vor allem, wenn man für ein paar Stunden Zuflucht vor dem Regen suchen muss.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Wenig Glanz, viel Gloria - die Mailänder Scala

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Ganz gleich, ob man ein ausgewiesener Opernfan ist oder nicht: vom Teatro alla Scala in Mailand - weltbekannt unter dem Kurzbegriff Scala - hat so ziemlich jeder schon einmal gehört.

Das von aussen wenig glamouröse und eher unscheinbare Gebäude an der Piazza della Scala ist unbestritten eines der wichtigsten und bedeutendsten Opernhäuser auf der Welt, und das seit Jahrhunderten.

Im Sommer 1778 wurde die Scala offiziell eingeweiht - damals war Mailand Hauptstadt der österreichen Lombardei und stand unter der Regentschaft der habsburgischen Kaiserin Maria Theresia, die auch den Bau in Auftrag gegeben hatte. Sie liess für die Spielstätte die Kirche Santa Maria alla Scala an gleicher Stelle abreissen und so kam die Oper zu ihrem klangvollen Namen.

Die Scala befindet sich im Zentrum der Stadt, direkt vor der Galeria Vittorio Emanuele II und unweit des Doms, aber die Mailänder haben es leider versäumt ihr vielleicht bekanntestes Gebäude in einen würdigen Rahmen zu packen.

Der neoklassizistische Bau selbst ist unspektakulär, über ihm schwebt bedrohlich ein riesenhaftes Parkhaus aus Beton und anstatt eine repräsentative Piazza um die Scala herum zu schaffen, führt unmittelbar die verkehrsreiche Via Manzoni vorbei, an der man Gefahr läuft entweder von einem verrückten Motorroller, rasenden Taxis oder der Tram überfahren zu werden.

Die Opernbesucher werden in einer Seitenstrasse mit Bussen abgeliefert und drängen sich dann in festlicher Robe im viel zu engen Eingangsportal des Opernhauses.

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Im Inneren bekommt man schon viel eher das Gefühl, an etwas Besonderem teilzuhaben. Zwar sind Logen und Ränge eng, niedrig und unbequem, aber mit Platz für rund 2200 Besucher, viel Plüsch, Rot und Gold ist man sofort in der Stimmung für Puccini, Verdi oder Bizet. Man atmet Tradition.

Tickets für die Scala sind schwierig zu bekommen und unverschämt teuer. Die Oper ist für die Mailänder nicht leichte Unterhaltung sondern eine ernste Angelegenheit - der Spielplan wird heiss diskutiert, Aufführungen extrem kritisch beurteilt, Personalien haben eine politische Dimension.

Und trotz aller Widrigkeiten: Ich kann einen Besuch nur empfehlen. Wem Karten für die Aufführungen zu kostspielig sind oder wer absolut keine mehrstündige Oper überstehen kann, der sollte zumindest dem Gebäude einen Besuch abstatten. Besichtigungen sind innerhalb von Stadtführungen möglich.

Montag, 26. April 2010

Ein Hauch von Luxus - Concorso d´Elegenza am Lago di Como

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Zu den angenehmen Eigenschaften Mailands zählt seine geographische Nähe zu den norditalienischen Seen - nicht umsonst verlassen die Milanese an den Wochenenden die Stadt in Scharen, um sich am Lago di Como oder am Lago Maggiore wiederzutreffen.
In weniger als 1 Stunde mit dem Auto erreicht man die herrlichen Seelandschaften - vorausgesetzt man steht nicht irgendwo im Stau.

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Am Comer See findet dann auch alljährlich eines meiner Frühlings-Highlights statt: der Concorso d´Eleganza, eines der weltweit bedeutendsten Veranstaltungen für klassische Automobile.

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Seit 1929 kommen in der imposanten Villa d´Este (Cernobbio) Auto Besitzer und Liebhaber zusammen und ermitteln die Sieger in verschiedenen Kategorien. Mit Unterbrechungen fand der Concorso bis 1949 statt, schlief dann in Folge einer grossen Krise in der Automobilbranche ein und geriet in Vergessenheit.

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Wiederbelebt wurde der Event schliesslich auf Initiative des italienischen Historikers und Autors Tito Anselmi. Nach einigen zaghaften Anläufen 1995-97 startete der Concorso d´Eleganza nach 1999 mit massivem Engagement des neuen Sponsors BMW Group durch. Neben der Prämierung fantastisch aufbereiteter Oldtimer findet seit 2002 auch ein Wettbewerb zu den neuesten Designstudien der Concept Cars und Prototypen statt. Somit ist für das Herz jedes Autofans etwas geboten.

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In diesem Jahr spielte dann auch das Wetter wieder mit: herrlicher Sonnenschein machte den Public Day in der Villa d´Erbe am Sonntag zu einem Erlebnis.
Man konnte eine Vielzahl aufpolierter Klassiker bestaunen - Rolls Royce, Mercedes, Bugattis, Bentleys so weit das Auge reicht. Höhepunkt für mich: der Sieger des Publikumsprises, ein Talbot-Lago, T150 C SS Goutte d’Eau aus dem Jahr 1938 (Foto unten).

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Bei den zukunftsweisenden Concept Cars gab es weniger Neues und aufregedes zu sehen als die Jahre zuvor. Ein goldener Ferrari und ein Bentley, der allein 4.000 Arbeitsstunden an Fertigung verschlang - beide imposant, aber nicht wirklich schön.
Wahre Schuckstücke dagegen waren dagegen der Alfa Romeo Giulia 1600 Sport, Pininfarina, 1965 oder der Lancia Aurelia B56.

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Neben all den Automobilen sind natürlich vor allem die prachtvollen Villen d´Este und d´Erbe sowie die einmalige Lage am Comer See und der Hauch von Luxus und Aristokratie die eigentliche Attraktion des Concorso.
Ein perfekter Tag vor herrlicher Kulisse. Ich freue mich schon auf 2011!

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