Lago Maggiore - Paradies nördlich von Mailand

Die Urlaubszeit ist vorüber, seit Anfang September füllen sich die Strassen Mailands wieder mit hupenden Autos, rasenden Motorrollern und stets telefonierenden Passanten. Welch ein Unterschied zu den Wochen zuvor, als geschätzte 34 Millionen (!) Italiener Spanien, Griechenland oder an die italienischen Küstenregionen bevölkerten.
Zu den attraktivsten Zielen gehören auch die wunderchönen Seen im Norden Italiens. Nach rund einer Stunde Autofahrt von Mailand erreicht man den Lago di Como oder den Lago Maggiore. Ebenfalls in Reichweite sind der Lago di Garda, Lago Lugano oder Lago d´Iseo. Dies macht Mailand vergleichbar mit München - Seen und Berge in unmittelbarer Nähe und an den Wochenenden flüchten die Städter in die pittoresken Naherholungsgebiete!
Seitdem sich Stars und Sternchen wie Geoge Clooney & Co am Comer See niedergelassen haben, hat dieser sich zur derzeit bekanntesten Marke entwickelt. Zuvor galt der Lago Maggiore - zweitgrößter See Italiens (nach dem Gardasee) - als Ausflugsziel Nummer eins. Davon zeugen heute noch Luxushotels und Belle Epoque Villen in Stresa oder Verbania, die mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sind und den Charme eines James Bond Films aus den Sechziger Jahren besitzen.
Im Gegensatz zum Comer See scheint der Lago Maggiore zugänglicher als Badesee, die Küsten weniger abgeschirmt und man kommt bequemer voran - auch wenn man sich an der typischen Küstenstrasse entlang schlängeln muss.

Und es gibt grossartiges zu entdecken: die Borromäischen Inseln (Isola Bella, Isola Madre, Isola di Pescatori, Isola di San Giovanni und die winzige Scoglio della Malghera) mit ihren prächtigen Palästen und spektakulären Gartenanlagen sind ein Erlebnis. Man erreicht sie bequem mit der Fähre. In den Urlaubsmonaten muss man seinen Genuss allerdings mit Touristenhorden aus aller Welt teilen. Empfehlenswert ist der Besuch im Mai/Juni oder September ausserhalb der Ferienwochen. Schade auch, dass die bekannteste der Inseln - Isola Bella - die Besucher mit überflüssigen Souvenirverkaufsständen begrüsst, die eher an Venedig erinnern. Wenn man diese hinter sich gelassen hat, wird man allerdings mit einer unvergleichlich schönen Gartenanlage belohnt, in der sich weisse Pfauen tummeln.
Wer eine fantastische Aussicht über den See geniessen möchte, der sollte unbedingt die Seilbahn in Laveno auf den 1062 Meter hohen Berg Sasso del Ferro nehmen. Die Gondeln - auch Farbeimer genannt - sind jedoch etwas gewöhnungsbedürftig: sie bieten 2 Personen Platz, haben keine Sitze und enden auf Hüfthöhe. Bei Wind wackeln die Kabinen bedenklich. Während der 15 minütigen Fahrt wird man unweigrlich gefesselt von dem atemberaubenden Panorma, das sich mit jedem Meter Höhe erschliesst.

Die größte Ansiedlung am Lago Maggiore ist Verbania, bestehend aus fünf Ortsteilen. Für Shoppingwillige ist Intra empfehlenswert. Dort findet man nette Läden in den Fußgängerzonen und gute Restaurants.
Weitere "Must Sees": Cannobio, die Wallfahrtsstätte Sacro Monte di Ghiffa, die Botanischen Gärten der Villa Taranto, und, und, und...
Oder einfach den See geniessen und baden gehen, mit dem Boot aufs Wasser fahren, ins Kanu springen und an der Küste entlang paddeln.
Wer noch ein Ziel für den nächsten Kurzurlaub sucht: der Lago Maggiore lohnt sich. Eine brauchbare Übersicht und Informationen finden sich hier.

Pontaccio - 21. Sep, 09:56
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